Felicity McLean: Cordie

Felicity McLean: Cordie

Drei Schwestern verschwinden in einem tristen Vorort in Australien. Sind sie weggelaufen, entführt worden? Es wird nie aufgeklärt. Aber Tikka Malloy, die damals gerade 11 Jahre alt war, läßt der Fall keine Ruhe und 20 Jahre später versucht sie erneut, zu verstehen, was wirklich geschehen ist.

Der Roman ist nur einer von vielen außergewöhnlichen Krimis, die im Polar Verlag erschienen sind. In der besten Tradition des Krimi Noir präsentiert der Verlag seit einigen Jahren literarisch anspruchsvolle, ungewöhnliche Titel in seinem Programm.

Die Bandbreite reicht vom harten Politthriller bis zum mysteriösen Psychokrimi und es gibt viele interessante Autoren zu entdecken.

 

 

Dagmar Leupold: Dagegen die Elefanten!

Dagmar Leupold: Dagegen die Elefanten!

Portrait eines kleinen Angestellten, Liebesroman, Alltagsskizze, Sprachforschung, Hommage an einen übersehenen Helden, große Oper – dieser kleine Roman bietet so viel und passt doch in keine Kategorie.

Fest steht, dass man Herrn Harald, den Protagonisten nie mehr vergessen wird und tief ins Herz schließt.

Für mich der schönste Roman dieses Sommers.

Jung und Jung Verlag.                                       23,00 Euro

 

Judith W. Taschler: Über Carl reden wir morgen

Judith W. Taschler: Über Carl reden wir morgen

Judith Taschler ist zweifellos eine der spannendsten und stilistisch originellsten Schriftstellerinnen im deutschsprachigen Raum. In ihrem neuen Buch spannt sie den Bogen über drei Generation vom frühen 19. bis ins 20. Jahrhundert, vom provinziellen Mühlviertel über das mondäne Wien bis nach Amerika.

Aber die Geschichte wird nicht einfach herunter erzählt. Wie mit Schlaglichtern beleuchtet die Autorin einzelne Familienmitglieder, hebt sie hervor, lässt uns an ihrem Schicksal teilnehmen, um uns dann ebenso berührt wie erschüttert zurück zulassen.

Lange hat mich kein Buch so gepackt und gefesselt. Empfehlenswert sind auch die früheren Werke der Autorin, die bei DTV alle als Taschenbücher erhältlich sind.

Judith Taschler: Über Carl reden wir morgen; Zsolnay Verlag,  24,00 Euro

 

Stephan Thome: Pflaumenregen

Stephan Thome: Pflaumenregen

Die wechselvolle Geschichte Taiwans bildet den Hintergrund dieser Familiengeschichte. Der japanischen Kolonialherrschaft folgt das chinesische Militärregime, das sich erst in den achtziger Jahren langsam zur Demokratie öffnet.

Umeko hat all diese Zeiten miterlebt, aber sie schweigt. Vierzig Jahre später versucht ihr Sohn, Licht in die Vergangenheit zu bringen und die Geschichte seiner Familie zu rekonstruieren. Ein ebenso spannendes wie mühsames Unterfangen, an dem wir als Leser tief bewegt Anteil nehmen.

 

Regina Nössler: Die Putzhilfe

Regina Nössler: Die Putzhilfe

 

Eine junge Frau gibt ihr wohlgeordnetes Leben samt Karriere und Beziehung auf, sie packt ein paar Sachen, nimmt den Zug und fährt in die nächstbeste Stadt. In Berlin kommt sie notdürftig unter. Sie läßt sich treiben, meidet jeden Kontakt, bekommt per Zufall eine Putzstelle angeboten und nimmt den Job widerwillig an.

Wovor läuft sie davon, was macht ihr Angst? Obwohl die Hauptfigur  keineswegs besonders sympathisch ist, möchte man ihr nicht von der Seite weichen, bis das Rätsel gelöst ist.

Eine leichte, untergründige Spannung ist stets da, baut sich von Seite zu Seite weiter auf. Ein wunderbar leichter und absolut ungewöhnlicher Krimi, der Lust auf mehr macht. Zum Glück hat Regina Nössler schon eine große Zahl an Krimis herausgebracht…

Alle im Konkursbuch Verlag erschienen für 12,90 Euro.

 

 

 

 

Damon Galgut: Das Versprechen

Damon Galgut: Das Versprechen

»Das Versprechen« erzählt vom zunehmenden Zerfall einer weißen südafrikanischen Familie, die auf einer Farm außerhalb Pretorias lebt. Von den 80er Jahren bis in die Gegenwart verfolgt der Autor das Schicksal der Familie vor dem Hintergrund der großen politischen Umwälzungen und dem Ende der Apartheidregierung.

Damon Galgut ist einer der renommiertesten Autoren Südafrikas. Sein Stil ist ungeheuer einprägsam, wie nebenbei berührt er hochpolitische Themen und deckt dabei ungeahnte menschliche Abgründe auf.

Als dritter südafrikanischer Autor, (nach J. M. Coetzee und Nadine Gordimer), wurde er für den Roman mit dem Booker Prize ausgezeichnet. Völlig zu Recht!

 

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